Gelebte Solidarität bei Genossenschaften

25.03.2020

Für viele Wohnungsbaugenossenschaften sind Solidarität und Miteinander täglich gelebte (Wohn)Praxis. Dass diese Werte bei Genossenschaften keine leeren Versprechen sind, zeigt sich vor allem in schwierigen Zeiten wie den aktuellen. Gerade jetzt sind Hilfsbereitschaft, Empathie, Pragmatismus besonders gefragt und werden auch besonders gelebt. 

Der Mensch ist ein soziales Wesen, Kontakt, körperliche Nähe, Umarmungen, der freundschaftliche Händedruck o.ä. steigern nachweislich unser Wohlbefinden und stärken sogar unser Immunsystem! Doch leider müssen auch die in vielen genossenschaftlichen Nachbarschaftstreffs angebotenen gemeinsamen Aktivitäten wie etwa Singen, Zeichnen, Fremdsprachenkurse und vieles mehr zum Wohle aller ausgesetzt werden. Denn zur Zeit ist das Gegenteil von sozialer Nähe wichtig, nämlich das sogenannte social distancing - das Abstandhalten zu unseren Mitmenschen. Situationen im öffentlichen Raum, in denen Menschen sich (zu) nahe kommen können, müssen vermieden werden. Dies betrifft auch die Arbeit der Geschäftsstellen von Wohnungsbaugenossenschaften. Viele haben ihre Geschäftsstellen deshalb geschlossen bzw. den direkten Kundenkontakt größtenteils reduziert oder ganz ausgesetzt. Doch da sie auch und gerade in der Krise für ihre Mitglieder da sind, kompensieren sie die fehlende soziale Interaktion bestmöglich.

 

Gemeinsam statt einsam

Wohnungsbaugenossenschaften empfinden in solch einer Situation besondere Verantwortung. Denn das raiffeisensche Motto "Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele" zählt jetzt erst recht. Ein Beweis dafür sind die vielen Nachbarschaftsinitiativen, Netzwerke, Einkaufshilfen, die sich in den letzten Tagen deutschlandweit gegründet haben. Das zeigt: Die meisten Menschen möchten in schwierigen Zeiten füreinander da sein und Solidarität leben - und denjenigen helfen, die auf Hilfe angewiesen sind. Zum Beispiel ältere und chronisch kranke Menschen, für die das längere Verweilen in Supermärkten nicht nur anstrengend, sondern wegen des hohen Infektionsrisikos auch gefährlich ist. Wie gut, wenn es jemanden gibt, der ihnen die Einkäufe bis vor die Wohnungstür bringt.

Wenn das persönliche Treffen nicht möglich ist, können telefonische Gespräche ein Ersatz sein und Gefühle wie Einsamkeit und Angst lindern. Manche Genossenschaften haben deshalb einen Telefondienst eingerichtet, den isoliert lebende Menschen oder Alleinstehende in Anspruch nehmen können. So wird der häuslichen Einsamkeit etwas entgegengesetzt.

Für Tierfreunde rückt das Thema Haustier in den Fokus. Viele Menschen, vor allem ältere, leben mit einem Haustier zusammen und machen sich nun Sorgen: Wer soll das Tier versorgen, wenn ich wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr rausgehen kann? Wie komme ich an Tierfutter? Wer unterstützt mich bei notwendigen Tierarztbesuchen? Zum Glück finden sich auch für diese Situationen fast überall Freiwillige, die diese Sorgen abfedern. Sie gehen Gassi oder besorgen notwendige Medikamente beim Tierarzt.

 
Lernen gegen Langeweile

Und noch eine Gruppe leidet zunehmend unter den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung: Kinder und Jugendliche. Zwar fielen die ersten Reaktionen vieler Schulpflichtiger auf die Schließung von Schulen positiv aus - doch inzwischen zeigt sich, dass der Schulbesuch durchaus auch seine guten Seiten hat. Mit Freunden zusammen sein, gemeinsam Lernen, auf dem Schulhof toben ... all dies nicht mehr tun zu können, frustriert auf Dauer. Doch gelernt werden muss, auch ohne physische Präsenz im Klassenzimmer. Viele Schulen versorgen die Schülerinnen und Schüler mit digitalem Lehrmaterial, und mit Kursmanagementsystemen wie Moodle oder Microsoft Teams und Lernplattformen wird als virtueller Klassenverband gepaukt, kooperativ, im Austausch miteinander. Doch auch per Skype, Mail, Whatsapp-Nachricht oder schlicht am Telefon lässt sich so manche Lerneinheit vermitteln.

 

Entschleunigung im Alltag

Wer versucht, die Krise als Chance zu verstehen, kann der erzwungenen Entschleunigung etwas Positives abgewinnen. Viele Familien verbringen nun mehr Zeit miteinander, als dies im oft stressigen Arbeits- und Schulalltag möglich ist. Viele haben nun mehr Zeit zum Reden, zum Lesen, zum Spielen – und besinnen sich darauf, dass Freizeit auch mit weniger Chatten, Netflix und Social Media Spaß machen kann. Warum nicht mal wieder ein analoges Gesellschaftsspiel spielen oder sich dem Tausend-Teile-Puzzle widmen, für das man sich sonst nie die Zeit nehmen wollte? Jetzt wäre doch eine gute Gelegenheit.

Bei allen Sorgen, die diese ungewisse und angespannte Zeit hervorrufen mag, zeigt sie auch etwas Gutes: Viele Menschen besinnen sich auf das, was ihnen wirklich wichtig ist im Leben, rücken näher zusammen, begegnen einander mit mehr Rücksicht und Aufmerksamkeit und stehen sich gegenseitig zur Seite. Und das immerhin ist eine tröstliche Erkenntnis! 

 

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Gemeinsam statt einsam

Gerade die Genossenschaften haben in solch einer Situation eine besondere Verantwortung. Denn das raiffeisensche Motto "Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele" ist zeitlos gültig und sollte vor allem in Zeiten wie diesen unser Zusammenleben prägen. Und tatsächlich haben sich innerhalb weniger Tage deutschlandweit diverse Nachbarschaftsinitiativen, Netzwerke, Einkaufspatenschaften und ähnliches gegründet, und sie alle beweisen eines: Die meisten Menschen möchten in schwierigen Zeiten füeinander da sein und Solidarität leben - und denjenigen helfen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Die Möglichkeiten zu helfen sind vielfältig und kreativ. Manch einer geht für andere einkaufen. Denn gerade das längere Verweilen in Supermärkten ist nicht nur anstrengend, sondern erhöht vor allem das Infektionsrisiko und sollte desalb gerade von älteren oder chronisch kranken Menschen vermieden werden. Wie gut, wenn es jemanden gibt, der einem die Einkäufe bis vor die Wohnungstür bringt.

Andere kompensieren, was der genossenschaftliche Nachbarschaftstreff nicht mehr leisten kann, zum Beispiel den Austausch und das Gespräch. Zwar ist eine Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht meistens erfreulicher als ein Telefonat. Jedoch bergen persönliche Gespräche die Gefahr, sich gegenseitig zu infizieren. Anders als beim Telefonieren. Glücklicherweise haben sich vielerorts bereits Telefonpaten gefunden, die isoliert lebenden Personen telefonischen Austausch ermöglichen und so deren völliger Isolierung vorbeugen helfen.

 

Lernen gegen Langeweile

Doch auch eine andere Zielgruppe leidet zunehmend unter den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung: Kinder und Jugendliche. Zwar fielen die ersten Reaktionen vieler Schulpflichtiger auf die Schließung von Schulen positiv aus - doch inzwischen zeigt sich, dass der Schulbesuch durchaus auch seine guten Seiten hat. Mit Freunden zusammensein, gemeinsam Lernen, der Austausch mit Gleichgesinnten, das Spielen auf dem Schulhof ... all dies nicht mehr tun zu können, dürfte bei vielen inzwischen für Ernüchterung gesorgt haben, der anfänglichen Begeisterung über die sogenannten "Corona-Ferien" ist vielerorts Langeweile gewichen. Hier schaffen Lernpaten Abhilfe. Dies sind Personen, die ihre gewonnene freie Zeit nutzen und sie Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stellen. Zwar gilt auch hier: Weniger (Kontakt) ist mehr, das heißt also keine persönlichen Treffen. Mithilfe von open-source-Lerntools, via Skype oder einfach per Mail kann man dies jedoch vermeiden und trotzdem so manche Lerneinheit spaßig vermitteln. 

 

Mensch und Tier

Viele Menschen, vor allem ältere, leben mit einem Haustier zusammen und machen sich Sorgen: Wer soll das Tier versorgen, wenn ich wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr rausgehen kann? Wie komme ich an Tierfutter? Wer unterstützt mich bei notwendigen Tierarztbesuchen?  Wenn es dem Tier schlechtgeht, leiden auch Herrchen und Frauchen. Zum Glück finden sich auch für diese Situationen fast überall Freiwillige, die diese Sorgen abfedern. Sie gehen Gassi oder besorgen notwendige Medikamente beim Tierarzt.

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