Nachwuchsförderung bei Genossenschaften – das Young Leader Network zu Gast bei der 1892
26.03.2025
„Nur wenn Unternehmen die Förderung des qualifizierten Nachwuchses sicherstellen und damit zeigen, wir wissen euer Potenzial zu schätzen und fördern euch, bleibt der Nachwuchs der Branche erhalten und können sich die Wohnungsbaugenossenschaften als moderne, attraktive Arbeitgeber präsentieren“, so Andreas Daferner vom VNW, der zu Beginn den organisatorischen Rahmen stellte und sich als Kümmerer, Planer und Akquisiteur verstand.
Die Young Leader, die von den Vorständen ihrer Unternehmen für die Teilnahme an dem zweijährigen Programm vorgeschlagen werden, haben die Möglichkeit, durch gegenseitige Unternehmensbesuche spannende Projekte und Märkte verschiedener Genossenschaften aus anderen Regionen kennenzulernen.
Auch von uns nehmen Tilman Stoß und Max Pinkert teil und begrüßten zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Thorsten Schmitt und Alexander Stöckl am 21. März andere Young Leader bei der 1892.
Auf dem Programm standen die Besichtigung der Siedlungen Charlottenburg, Nettelbeckplatz und Schillerpark.
Die wohnungswirtschaftlichen Herausforderungen im Umgang mit denkmalgeschützten Siedlungen der Reformwohnungsbauzeit lernten die jungen Leader bei Ihrer Führung durch die Siedlung Charlottenburg kennen. Nicht weniger wichtig dabei war und ist die identitätsstiftende Gestaltung von Hauseingängen, welche schon in der Entstehungszeit der Siedlung vor über hundert Jahren eine bedeutende Rolle spielte. Beeindruckende architektonische Zeugnisse davon konnten in Augenschein genommen werden. Identitätsstiftend und durch viele Baujahrzehnte als Symbol der Genossenschaft gepflegt tauchte in der Siedlung auch das erste Mal das Symbol des Bienenkorbs an den Gebäuden auf. Die jungen Nachwuchskräfte nahmen diese ersten Eindrücke für den zweiten Besichtigungstag mit und werteten die Erkenntnisse beim gemeinschaftlichen Abendessen aus.
Am Folgetag stand am Morgen mit der Siedlung Nettelbeckplatz das Vorzeigeprojekt der 1892 für genossenschaftliche Nachverdichtung in nachhaltiger Bauweise auf dem Programm. Vorstand Alexander Stöckl erläuterte gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Siedlungsausschusses Ingo Reichert die Projektgeschichte der Siedlung. Ohne neue Flächenversiegelung entstand auf der Fläche des alten Parkhauses neuer Wohnraum genauso wie in den ehemaligen Luftgeschosszonen der Bestandssiedlung. All das zur Verblüffung der jungen Leader für bezahlbare Mieten in der Mitte Berlins. Interessiert waren alle an den ebenfalls im Zuge der Bauarbeiten umgesetzten Mieterstrommodelle durch PV auf allen Dächern. Beeindruckend für alle war der sehr gute Pflegezustand in der Siedlung, der von dem hohen Engagement der zuständigen Verwalter und von der hohen Identifikation der Bewohner zeugte. Auch hier fanden die Gäste in den Hauseingängen den identitätsstiftenden Bienenkorb als Signettafel an den Wänden wieder.
Zum Abschluss gewissermaßen als Krönung der Kennenlerntour durch die 1892 stand die Besichtigung der UNESCO-Welterbesiedlung Schillerpark der 1892 im Wedding. Gemeinsam mit den beiden Vorständen T. Schmitt und A. Stöckl wandelten die jungen Leader durch die Bauten der Welterbesiedlung durch die Baugeschichte von Bruno Taut und den zwanziger Jahre beginnend über die Bauten des Glas-Hoffmanns der fünfziger Jahre bis zur behutsamen Ergänzung durch den Neubau der Architekten BFM in der Pufferzone der Welterbesiedlung. Auch hier war der rote Faden des genossenschaftlichen Bauens mit seinen identitätsstiftenden Merkmalen von Farbe, Materialität, großzügigen Hoffräumen bis hin zum Bienenkorb als Signet an den Wänden für alle spürbar.
Zwei gelungene Tage mit viel Austausch und spannenden Aus- und Einblicken und vielen Inspirationen die Bauideen und Wohnvorstellungen der Genossenschaft in die Zukunft zu tragen.
