Kreisbau-Fusion vollzogen: Breite Zustimmung der Genossenschaftsmitglieder
Kreisbaugenossenschaft Kirchheim unter Teck eG als neue Firmierung mit Sitz in Kirchheim / Jetzt rund 1.900 Genossenschaftswohnungen im Bestand
21.07.2026
Fragen dazu an Bernd Weiler, Vorstandsvorsitzender der Kreisbau, und Wolfgang Warth, Vorstand der Baugenossenschaft Reichenbach.
Herr Weiler, kurz zur Erklärung: Warum musste eine zweite, außerordentliche Mitgliederversammlung der Kreisbau einberufen werden?
Die Beratung und Beschlussfassung zur Verschmelzung waren bereits für den 22. Juni vorgesehen. Unsere Satzung sieht aber vor, dass solche Beschlüsse nur gefasst werden können, wenn mindestens die Hälfte aller Mitglieder in der Mitgliederversammlung anwesend oder vertreten ist. Das wurde nicht erreicht, also war eine weitere Präsenzversammlung erforderlich. Hier reichte, unabhängig von der Zahl der anwesenden Mitglieder, dass eine Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen zustimmt, um die Verschmelzung beschließen zu können.
Das hat ja dann geklappt, alle 120 anwesenden bzw. bevollmächtigten Mitglieder stimmten zu. Warum, Herr Warth, votierten zuvor die Reichenbacher für die Fusion mit der Kreisbau?
Einfach gesagt: Es ist richtig und die bestmögliche Antwort auf die gestiegenen Anforderungen an Wohnungsunternehmen. Unsere wirtschaftlichen Verhältnisse sind geordnet, aber die Herausforderungen aus demographischem und Klimawandel oder Modernisierung und Erhalt des Wohnungsbestandes sind gemeinsam mit einer starken Genossenschaft wie der Kreisbau im Interesse unserer Mitglieder besser zu bewältigen. Wir haben seit 2021 in Vorstand und Aufsichtsrat ausführlich diskutiert, wie die Genossenschaft weiterentwickelt, mit wem und wie kooperiert bzw. fusioniert werden kann – und uns nach sieben gemeinsamen Sitzungen für die Kreisbau als solidem Partner entschieden.
Welche Gründe, Herr Weiler, sprachen denn aus Ihrer Sicht für die Verschmelzung?
Nun, ich stimme da Wolfgang Warth vollends zu. Wie viele Wohnungsunternehmen muss auch die Kreisbau mit erhöhtem Wettbewerbs- und Kostendruck, mit Parametern wie Inflation, gestiegenen Zinsen für langfristige Finanzierungen, fehlenden Fachkräften und vielen zusätzlichen Anforderungen umgehen. Die beeinflussen nachhaltig die Ertragskraft der Genossenschaften. Hier die Kräfte zu bündeln, um langfristig leistungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben, ist ein Gebot der Stunde. Und: wir haben ja durchaus gute Erfahrungen gemacht. Vor 15 Jahren haben sich die Baugenossenschaften aus Plochingen und Nürtingen zur heutigen Kreisbau verbunden – eine Erfolgsgeschichte, wie es Plochingens Bürgermeister Frank Buß kürzlich betonte. Zudem führt die Kreisbau schon seit Juli 2024 die Geschäftsbesorgung für die Reichenbacher durch und hat bereits viele WEG-Verwaltungen dort.
Herr Weiler, Herr Warth, wie geht es jetzt weiter nach dem erfolgreichen Mitgliedervotum, und welche Konsequenzen hat das für die Mitglieder?
B. Weiler: Mit der Eintragung in das Genossenschaftsregister wird die Verschmelzung rechtskräftig, gilt rückwirkend zum 1.1.2026. Künftiger Name des Unternehmens ist laut Satzung dann „Kreisbaugenossenschaft Kirchheim unter Teck eG“ mit Sitz in Kirchheim. Wir haben dann ca. 1.900 Genossenschaftswohnungen im Bestand und mehr als 4.500 Mitglieder.
W. Warth: Um Befürchtungen vorzubeugen: Die Mietverträge gelten weiter, die eingezahlten Genossenschaftsanteile der Mitglieder werden an die der Kirchheimer angepasst. Und: die bisherige Geschäftsstelle in Reichenbach bleibt voraussichtlich bis Jahresende 2027 als Anlaufpunkt erhalten. Mit Martin Hermann wurde ein Reichenbacher in den Aufsichtsrat der Kreisbau gewählt, auch, um die Interessen unserer Genossenschaft weiter zu vertreten.
B. Weiler: Klar wird, dass hier kein Großer den Kleinen schluckt. Wir agieren weiterhin auf Augenhöhe miteinander – und setzen Bau- und Modernisierungsvorhaben sowie effiziente Verwaltung der Wohnungsbestände beider Genossenschaften wie geplant um, im Interesse aller Genossenschaftsmitglieder. Denn: nur gemeinsam sind wir als Genossenschaft stark und können die Zukunft gestalten.
Über die Kreisbaugenossenschaft Kirchheim unter Teck eG:
Am 22. Juni 1919 gegründet ist die Kreisbau mit ihren Geschäftsfeldern BAUEN, VERMIETEN, VERKAUFEN, VERWALTEN, HAUSSERVICE und Energieerzeugung heute ein starkes Unternehmen mit allen Leistungen „Rund um die Immobilie“, aber auch eines mit Traditionen und Werten. Den aktuell (Stand: 31.12.2025) 4.115 Mitgliedern werden 1.741 Mietwohnungen mit einer Wohnfläche von über 114.000 qm zur Miete angeboten - und das zu einer durchschnittlichen Nutzungsgebühr von 8,36 EUR je qm Wohnfläche. Weitere 2.640 Wohnungen werden in Fremdverwaltung betreut. Hinzu kommen u.a. 166 Wohneinheiten in Plochingen sowie 132 Wohneinheiten der Baugenossenschaft Reichenbach in der Geschäftsbesorgung.
Über die Baugenossenschaft Reichenbach eG:
Die Baugenossenschaft Reichenbach eG wurde 1950 in Reichenbach an der Fils gegründet und zählte zum 31. Dezember 2025 insgesamt 404 Mitglieder. Sie verwaltet 132 Wohnungen mit einer gesamten Wohn- und Nutzfläche von 9.350 qm, betreibt auch ein Heizwerk und vermietet 70 Garagen- und Stellplätze. Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter ist 7,19 EUR.
Mehr Informationen:
Kreisbaugenossenschaft Kirchheim eG
Bernd Weiler, Vorstandsvorsitzender
Jesinger Str. 19 // 73230 Kirchheim unter Teck
Tel.: 07021/8007-0 // E-Mail: info@kbkp.de // Web: www.kbkp.de