Stärkung heimischer Pflanzenarten und Biodiversität

Der Naturgarten e.V. veranstaltet in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen die "Regionaltage Öffentliches Grün"

04.03.2020

Dass die Artenvielfalt und somit das komplexe Ökosystem gefährdet ist, ist kein neues Thema. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ist jede dritte Tier- und Pflanzenart in Deutschland gefährdet, zwei Drittel aller Lebensräume sind bedroht. Und je mehr der Mensch den Lebensraum von Hummel, Biene und Co. zerstört, desto weniger Insekten gibt es - und desto weniger Pflanzen werden auf natürlichem Wege bestäubt. Kurz: Schwindet der Lebensraum der Tiere, schwindet nach und nach die Vielfalt unserer Lebensmittel.

Naturgarten e.V.

Viele Menschen haben auf diese Erkenntnis reagiert und ihren Balkon, ihre Terrasse oder ihren Garten mit heimischen Wildpflanzen bestückt, die Insekten, Vögel und Co. anziehen und ihnen ermöglichen, in ihrem natürlichen Lebensraum zu verbleiben. Wer es also gerne Summen und Brummen hört, sollte möglichst viele verschiedene Kräuter und Blumen pflanzen und auch Hölzer platzieren, die den kleinen Tierchen Schutz und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Viele Wohnungsbaugenossenschaften haben die Dringlichkeit erkannt und in ihren Wohngebieten Flächen für heimische Wildpflanzen geschaffen, wo es fröhlich kreucht und fleucht. Denn gerade bei den Wohnungsbaugenossenschaften mit ihren zum Teil sehr umfangreichen Grünflächen liegt ein großes Potenzial, um durch naturnahe Gestaltung etwas für den Artenschutz zu tun.

Im öffentlichen Raum jedoch kommen Wildplanzen und naturnahe Bauweisen leider oft zu kurz, von Städten, Gemeinden, Grünflächenämtern wird meist auf einen ordentlichen, akurat gepflegten, einheitlichen (Zier)Pflanzenbestand Wert gelegt. Doch was für manches menschliche Auge "schön ordentlich" ist, ist für Insekten leider oft ein unzulänglicher Lebensraum. 

Hierfür möchte der Naturgarten e.V. sensibilisieren. Seit dreißig Jahren setzt sich der Verein aus Bonn für eine Trendwende bei der Gestaltung von öffentlichem Grün ein. Der Verein weiß: Heimische Wildpflanzen sind essenziell, sie sind für das ökologische Gleichgewicht unverzichtbar, dabei pflegeleicht und kostengünstig. Dennoch braucht es für das Errichten und Erhalten solcher Flächen die richtige Anlage und Pflege. Um Städten, Kommunen und Gemeinden hierfür Hilfestellung zu geben, veranstaltet der Verein die "Regionaltage Öffentliches Grün". Vorträge von erfahrenen Experten, Exkursionen zu bereits bestehenden Flächen, das Analysieren geeigneter Pflegerezepte u.v.m. stehen auf dem Programm. Die Teilnehmer erfahren in Theorie und Praxis, warum heimische Wildpflanzen auch im öffentlichen Raum wichtig sind. "Mögliche Fehler werden genauso angesprochen wie Tipps zum Umgang mit Kritik von Bürgern über das manchmal ungewohnte Aussehen der Anlagen."

Am 22. Juni 2020 findet ein Regionaltag in Ludwigsburg statt, als einziger Termin dieses Jahr in Baden-Württemberg. Die Zielgruppe sind Mitarbeiter/Innen von Kommunen, Bauhöfen, Garten- und Landschaftsämtern sowie Planer, Landschaftsarchitekten u.v.m.

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie hier : https://naturgarten.org/regionaltage/

Foto: Susan Findorff, Naturgarten e.V.
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