Wohnungsbaugenossenschaft verschönert Telekom-Schaltschränke

„Neuer Weg“ schafft kleine Kunstwerke am Straßenrand

Projekte & Aktivitäten Von Christoph Kolbe · 01.02.2018

In der Regel geht man einfach an ihnen vorbei, weil sie nicht wirklich ansehnlich sind: Telekom-Schaltschränke. Wenn diese grauen Kästen aber auf dem eigenen Grundstück stehen, stellt sich schon mal die Frage: „Kann man an der Optik nichts ändern?“ Man kann, wie die Wohnungsgenossenschaft „Neuer Weg“ aus Gera zeigt.


„Neuer Weg“ schafft kleine Kunstwerke am Straßenrand
Airbrush-Künstler Axel Ratzer verschönert die Telekom-Stromschränke.

Irgendwann war da das Schreiben der Telekom, in dem das Unternehmen die Erlaubnis einholte, neue Schaltschränke auf Grundstücken der Wohnungsgenossenschaft „Neuer Weg“ aufzustellen. Natürlich erfolgte die Genehmigung prompt, schließlich sind die Kästen wichtig: Offiziell heißen sie Kabelverzweiger und ohne sie könnte weder telefoniert noch im Internet gesurft werden. Denn der „Kvz“ bringt die Telefon- und Internetsignale aus der Vermittlungsstelle in die Haushalte.

So wichtig sie sind, so unansehnlich sind sie auch: schmutzig-grau, oftmals beschmiert oder mit Stickern versehen. So kam schnell der Gedanke auf, die neuen Schränke optisch aufzuwerten. Denn die Wohnungsgenossenschaft übernimmt – da wo es geht – auch Verantwortung für den Stadtraum und nicht nur für genossenschaftliches Wohnen. So setzte sich das Projektteam mit der Telekom in Verbindung, die grundsätzlich keine Einwände hatte.

Mit den Informationen war schnell klar, wie die Umsetzung zu erfolgen hat. Die Frage nach dem Motiv gestaltete sich dagegen schwerer. „Dieser Prozess hat mit am Längsten gedauert“, so Jana Höfer, Technischer Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Neuer Weg“. „Uns war von Anfang an klar, dass die Gestaltung etwas mit ‚Wohnen‘ zu tun haben soll. Aber damit fingen die Fragen erst an. Welche Motive sprechen die Genossenschaftsmitglieder gleichermaßen an? Die Geschmäcker sind schließlich verschieden.“ Am Ende entschied sich das Projektteam für eine Beklebung mit dem Motiv eines Wohnzimmerregals: Der Blick in unterschiedliche Fächer lädt zum Entdecken ein und hält für jeden – ganz gleich ob jung oder alt – etwas bereit, dass Erinnerungen weckt und gefällt. Der besondere Clou: Die Motive sind dreidimensional und wirken dadurch sehr realistisch. Die künstlerische Gestaltung übernahm Axel Ratzer. Die Wahl fiel auf den Geraer Airbrush-Künstler, da er  in der Vergangenheit schon Kabelverteilerkästen und Trafohäuschen für Stadtwerke gestaltet hat.

„Neuer Weg“ schafft kleine Kunstwerke am Straßenrand
Ein Blick in das Wohnzimmerregal.

Bevor es losgehen konnte, hatte die Stadt Gera noch ein Wörtchen mitzureden – und das gleich dreifach: „In unsere Planung hatten wir die Sachbearbeitung Werbung und die Sanierungsbehörde mit einzubeziehen. „Die Zusammenarbeit verlief sehr partnerschaftlich und gewinnbringend für alle Beteiligten. Das war super!“ erklärt Jana Höfer.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mehrere beklebte Telekom-Schaltschränke stehen jetzt auf Grundstücken der Wohnungsgenossenschaft. Schon während der Beklebung gab es viele positive Stimmen von Mitgliedern.  Heute erfreuen sich nicht nur die Mitglieder, sondern auch Nachbarn sowie die Kinder der naheliegenden Kita an den 3D-Wohnzimmerregalen. Daher überlegt die Wohnungsgenossenschaft „Neuer Weg“, es auch in Zukunft bunt zu treiben – zumindest was die Gestaltung von Telekom-Schaltschränken betrifft.

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